Konoe-uji Teitaku (近衞氏邸宅)

  • "Sie lässt sich schnell und meist nur zu gerne davon ablenken, oder Akiko?" Tadelte ich meine kleine Schwester ohne Schärfe in meiner Stimme. Denn natürlich wusste ich, das sie nun eigentlich nicht hier sein sollte, sondern sich um ihre Handhabe der traditionellen Zeremonien bemühen müsste.


    "Tanaka-sensei wird mir sicherlich wieder in den Ohren liegen."

  • Meine Schwester verstand es, mir ein schlechtes Gewissen zu machen.


    "Entschuldige, Neesan. Aber ich wollte doch nur Hideto sehen." Versuchte ich mich kleinlaut zu rechtfertigen.


    "Außerdem mache ich große Fortschritte und selbst der Griesgram Tanaka wird das bestätigen."

  • "Wir freuen uns alle über die Rückkehr unseres Bruders. Allerdings dürften wir darüber nicht unsere Pflichten vergessen. Wir sind Konoe und dem entsprechend lastet eine große Verwantwortung auf unseren Schulter."


    Ich beschloss den Tadel zu beenden und einen versöhnlicheren Tonfall anzuschlagen.


    "Aber es ist gut das du hier bist, Akiko. Hideto und ich müssen ohnehin etwas mit dir besprechen."

  • Nun, Aki-chan, ist sicherlich bereit ihre Fortschritte als Teemeisterin unter Beweis zu stellen.


    An seiner Stimme hörte man, dass er es ernst meinte. Er war fest davon überzeugt, dass sie ihre Aufgabe hervorragend meistern würde. Als Nanako die Sache ansprach, sah er sie an Es war besser, wenn sie die ersten Worte dazu sprach.


  • Sehr schön, Das freut mich. Nee-sama, Aki-chan, Ihr entschuldigt mich kurz?


    Hideto geht in sein Zimmer, dort zieht er sich einen Männer-Kimono als auch einen Hakama an. Über den Kimono zieht er einen schwarzen Haori, auf dem in weiß das Familienwappen zusehen ist an.


    Ich wäre dann soweit.

  • Nachdem mein Bruder und ich uns entsprechend gekleidet haben, begeben wir uns auf den Gartenpfad, um symbolisch den Alltag abzustreifen und die erste Stufe der Erleuchtung zu erlangen. Nach kurzer Zeit bittet uns Akiko in das Teehaus, wir nehmen unseren Platz im Warteraum ein und werden von unserer Schwester traditionell mit jenem heißen Wasser das später der Teezeremonie dient, begrüßt. Danach gehen wir zurück auf den Gartenpfad und nehmen auf der Machiai (Wartebank) Platz.

  • Hideto nimmt die Kelle entgegen und tut es seiner Schwester gleich. Er muss ein leichtes Schaudern unterdrücken, da er ja um seine Taten der letzten Tage weiß, von denen er sich ja nun symbolisch reinwascht. irgendwie beruhigt ihn das doch. Nun wartet er darauf, dass Akiko sie in das in einen einfachen Stil gehaltene Teehaus holt.

  • Nachdem wir uns gereinigt hatten, gingen wir in Richtung des Chashitsu (Teeraum) und stehen kurz darauf vor dem Nijiriguchi (Kriegeingang), der traditionell nur knapp einen Meter in der Höhe misst und dem Eintretenden somit als Zeichen der Demut und des Respekts auf die Knie zwingt. Es folgt das Kaiseki mit leichten Speisen wie Reis, Suppen, sauer eingelegtem Gemüse und Sake.

  • Hat natürlich auf den Knien durch den Kriecheingang das Teehaus "betreten". Er sieht sich kurz in dem schlichten Raum um, wie üblich befindet sich in der kleinen Tokonoma ein einfaches Blumengesteck. Er wartet dann darauf, dass das Wasser heiß genug ist um den Tee zuzubereiten.

  • Nach dem Abschluss des Kaiseki ziehen wir uns in den Warteraum zurück und warten auf das fünfmalige Ertönen des Gongs, welcher uns schließlich in den Teeraum bittet. Wir durchschreiten die Türe und als zuletzt eintretende schließe ich die Türe mit einem leichten Geräusch als Zeichen für meine Schwester, mit ihren Vorbereitungen zu beginnen.

  • Ich höre wie die Türe geschlossen wird und trage die noch fehlenden Teeutentsilien in den Raum, die ich so vor mir anordne, das sie pragmatische und zugleich harmonische Bewegungsabläufe während der nachfolgenden Teezeremonie ermöglichen.


    Zu den wichtigsten Utensilien zählen die Teeschale (Chawan), die Teedose (Chaire) für den starken Tee (Koicha) und für den leichten Tee (Usucha), das Frischwassergefäß (Mizusashi), der eiserne Wasserkessel (Kama), der Teebambuslöffel (Chashaku) und der Teebesen (Chasen). Das seidene Teetuch (Fukusa) trage ich als der Gastgeber an meinem Obi (Gürtel des Kimono).


    Als erstes serviere ich nun den dicken Tee, den Koicha.