Königlicher Hain zu Ichua

  • Königlicher Hain zu Ichua

    Der ca. 1.5 Autostunden von Eureka entfernt liegende Königliche Hain wurde als solcher 1902 eingeweiht, doch bereits vorher galt der Ort erst den Urvölkern, später auch den Altweltlern verschiedenster spiritueller Couleur (im Sinne des Javaraikanischen Spiritismus) als heilig. Den frühen Kultstatus des Ortes führen Anthropologen heute primär auf die Thermalquellen zurück, denen thermophile Bakterien und Algen ein ganz spezielles Aussehen bescheren, so dass sie als Seelen der Götter bekannt wurden.


    Besonders unter Königin Margrethe etablierte sich der Hain zu einem zentralen Ort des Spiritismus, nicht zuletzt dank der jährlich stattfindenden Erntedankzeremonie. Als Hauptgott des Hains gilt Pachamama, doch zahllose andere Gottheiten, darunter Wotan, Diane und Laotse, werden hier mittlerweile verehrt. Es ist der einzige geweihte Ort des Landes, der unter staatlicher Verwaltung steht.

  • Tief in der Nacht besucht Abya gemeinsam mit einigen anderen hohen Militärs nativer Herkunft den Hain zu Ichua. Genauer gesagt suchen sie den Schrein der tausend Krieger auf, wo unzählige Schrumpfköpfe der Maiku in einer grosse, aus lebendigen Weiden geflochtenen Hütte hängen. Die Köpfe aus uralter Zeit, als diese Praxis tatsächlich noch mit Menschenköpfen durchgeführt wurde, werden von den Männern verehrt, denn es handelt sich nach Vorstellungen der Maiku um die Gefässe immer noch lebendiger Seelen mächtiger Krieger. In einem Kreis in der Hütte opfern die Männer erst ein paar Tabakblätter und Früchte an die Geister, anschliessend wird Tabaksaft herum gereicht und es wird ein uralter Kriegsgesang angestimmt, der irgendwann in ein monotones Trommeln übergeht. Die Männer schwören bei ihren Vorfahren, die Insel der Ahnen und der unendlichen Geister vor jedem Übel zu beschützen. In ihren Tranceträumen versuchen sie den Bund mit ihren Schutzgeistern und Ahnen zu erneuern, für sie eine Selbstverständlichkeit, die ebenso zum Leben eines Kriegers gehört, wie das Training mit einer Waffe. Und das ethische Verhältnis der Javaraikaner zu Waffengewalt war doch sehr viel kontroverser als zu ihren Geistern und Gottheiten.

    General Abya Rognarson

    Vorsitzender des Generalstabes der Königlichen Streitkräfte Javaraikas

  • Der Graf von Tynwald gehört ebenso zu der Sorte Mensch, die den Hain lieber bei Nacht aufsuchen. Einerseits gab es um den prominenten Politiker dann weniger Aufsehen, andererseits war Tynwald überzeugt, bei Nacht einen besseren Draht zu den Geistern zu spüren. Wie sonst auch, war er direkt. Es war eine kurze Zwiesprache, ein bescheidenes, aber aufrichtiges Opfer hatte er dargebracht. Der Graf war der Meinung, auch die Geister würden es wohl am liebsten auf diese Art mögen und so versprach er sich beste Chancen auf die Berücksichtigung seiner speziellen Wünsche, nämlich das Ausbleiben weiterer Lichtung seines prachtvollen Haares und die Wiederbelebung seiner manchmal etwas ins Leere starrenden Kollegen im Rat der Konföderation.

    Ständiger Gesandter und Generalbevollmächtigter des Königreichs Javaraika im Rat der Konföderation
    4. Graf von Tynwald